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THE LOCAL CONNECTION

Aktualisiert: Aug 26

MEN POWER IN THE DISPLAY


Pfingstmontag 2020, 17h im Lehel, Emil-Riedel-Straße 9, 80538 München. Die Tür schon auf, alles bereit in der BELEIDGTEN LEBERWURST von Andreas Buchwalsky und seiner Familie. „Bedient Euch bei allem was ihr braucht. Nehmt Euch Wurscht, Spezi – was das Herz eben begehrt“. Und das auf einem Shooting, wo sonst die meisten eher auf Ihre Linie achten. Sowieso ist eine Metzgerei nicht grade die klassische Shooting Location. Aber der Name, das Angebot und die Familie hinter der Metzgerei, machen sie zu etwas besonderem. Daher um so passender für ein weiteres THE LOCAL CONNECTION Shooting, bei dem Fotograf MICHAEL WENIGER den Stylisten NORBERT SÜTÖ einmal auf die andere Seite der Kamera brachte und das Team ihn provokant, unter anderem in einem fast fleischfarbenen Sweat Look von BROSBI, in die Fleischtheke der BELEIDIGTEN LEBERWURST verfrachtete (anschließend natürlich nach höchstem Standard gereinigt ;) ). Norberts Look wurde von Hair & Make Up Stylistin SABRINA REUSCHL abgerundet unter der Creative Direction von KATHRIN MORMANN.




BELEIDIGTE LEBERWUST


Auch dieses Shooting zeugt wieder einmal von der lokalen Kraft, aus der sich ungeplant und eher zufällig tolle Inhalte ergeben haben. Denn wir haben natürlich darüber nachgedacht, ob bei all den Diskussionen um Umwelt und Tierhaltung es richtig ist, in einer Metzgerei zu shooten. Aber wir waren absolut dafür – nicht nur um der Kunstwillen. Andreas Buchwalsky hat nach einiger Zeit in der Münchner Gastro Szene, unter anderem im P1 oder als Betreiber der „Helene“, die Metzgerei seines Vaters übernommen und erhält somit den Familienbetrieb. Die Metzgerei ist weder steril noch auf Massenkonsum ausgelegt. Heimisch fühlt man sich gleich. Die Produkte von bester Qualität und auch nachhaltig – „weggeschmissen wird hier nix!“.


Was eventuell ungewöhnlich sein mag ist, dass er selbst seit längerer Zeit auf Fleisch verzichtet. Das Bild des dicken Metzgermeisters, der sich Fleisch und Wurscht hinein schaufelt, erfüllt er ganz im Gegenteil. So ist ihm nach vielen Jahren einfach die Lust auf Fleisch vergangen. Ohnehin ist ein bewusster Konsum gesünder und steht auch nicht mit dem Betrieb einer Metzgerei in Kontrast. Hinzu kommt eine Portion Witz. So haben wir Norbert in einem rosafarbenem Sweat Look von Brosbi liegend in die Fleischtheke gesteckt. Das Motiv kann auch so interpretiert werden, dass Fleischkonsum entweder bewusst und von glücklichen Tieren sein kann oder eben auch Alternativen bietet, die nicht tierischen Ursprungs sind. So bietet die Beleidigte Leberwurst zunehmend vegetarische und vegane Gerichte an. Sei es zum Mittagstisch, für privates Catering oder zum Bestellen und Abholen. Wer dabei kurz warten muss, kann sich so lange die lustigen Wurstgrafiken an den Wänden anschauen.


Wer bisher nicht wusste, woher der Begriff beleidigte Leberwurst stammt – kleine Wissensrunde: Als sich die Welt noch im medizinischen Urwald bzw. korrekt im Altertum befand, galt der Leber ein besonderer medizinischer Fokus und die Ansicht, sie sei der Sitz aller Lebenssäfte. Daher machte man sie für ein besonderes Temperament und erhitzte Gemüter der Menschen verantwortlich. So wurde eben auch ein störrischer Charakter auf sie zurückgeführt und es bürgerte sich zum Spott der Begriff „beleidigte Leber“ ein. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus Jucks lediglich der Wurstbegriff hinzugefügt. Die Metzgerei BELEIDGTE LEBERWURST zeigt zum Glück keine beleidigten Gesichter oder Gemüter. Danke an der Stelle für die Zusammenarbeit und die Gastfreundschaft!


www.beleidigte-leberwurst.com

@beleidigte_leberwurt_official

NORBERT SÜTÖ


Von der Uni oder Ausbildung zum Stylisten? Ein klassischer Weg, den eventuell viele Stylisten gehen mögen. Aber nicht NORBERT SÜTÖ. Klassisch trifft auf Norbert, der Teil unseres fünften THE LOCAL CONNECTION Shootings war, nicht wirklich zu. Wer sonst würde sich in die Fleischtheke der Beleidigten Leberwurst setzen und das dann noch in pastellfarbenen Brosbi Look. Heute ist er als Stylist, unter anderem für die italienische Vogue, Nylon Magazine, ESQUIRE, WRPD oder Marken wie Puma, Adidas oder Birkenstock tätig. Bei der Vorstellung seiner Referenzen und bei der Sichtung seiner Editorials wird bereits sichtbar, dass ihn unterschiedliche Einflüsse inspirieren und die Umsetzung immer anders und nicht nur sehr kreativ, sondern auch sehr künstlerisch erfolgt.

Seit 2 Jahren lebt und arbeitet Norbert als gebürtiger Rumäne nun in München. Nachdem er zuerst in Wuppertal, im schönen rheinischen Pott, aufwuchs, stand dazu im städtischen Kontrast seine nächste Station - Nürnberg. Seine frühe Zeit war geprägt von seiner Karriere als Hip-Hop Tänzer unter anderem mit eigenen Shows. Aus dieser sportlichen Zeit zieht er bis heute viele Inspirationen, dass zeigt auch sein eigener Look. Er sagt, „Sport und Kunst, sind starke Einflussfaktoren“ für seine Arbeit, bei der er „andere Wege aufzeigen möchte, wie Kleidung in Szene gesetzt werden kann, besonders beim Tanzen.“


Zur Mode kam er über Freunde als Store Leiter und später als Stylist in einem Onlineshop. Er machte einen Schlenker über Dubai als Projektmanager, denn „mehr als nicht klappen, kann es nicht“ – so seine Einstellung, um neue Dinge auszuprobieren. In Dubai hatte er bereits die ersten Kooperationsgedanken mit Künstlern, z.B. im Zuge einer Installation für einen Scheich. Nach einem Jahr beißender Hitze, aber dennoch mit vielen Erfahrungen im Gepäck, kehrte er zurück mit dem Ziel seine Kreativität im Fashion-Styling zu entfalten. Mit ersten Jobs bei C&A, folgte bald die Möglichkeit über die Fotografin Rosi Offenbach, die ihn und seine Vorgehensweise beim Styling verstand, eigene Projekte umzusetzen.

Norberts Stylings sind nicht nur von Kunst und Sport geprägt, sondern auch von einer auffallend intuitiver, improvisierten aber dennoch konzeptionellen Vorgehensweise. Seine Stylings entwickeln sich häufig aus einer kurzen Idee oder einem Thema heraus und entwickelt dies im Laufe seiner Arbeit geschickt weiter. So entstand für den Aufbau seines Portfolios u.a. die Roma Serie mit Rosi Offenbach, bei der Tradition durch florale landestypische Prints und Styles auf modernes und provokatives Styling trifft. Ebenso spontan und doch auffällig, entstand im Zuge des Shutdowns ein Face Time Shooting, bei dem er unterschiedliche Persönlichkeiten per Face Time stylte und mit einem befreundeten Fotografen zusammen fotografierte. Man könnte behaupten ein dezentralisierter, nichtkommerzieller, dafür umso künstlerischer Ansatz für ein Fashion Shooting. Wichtig für ihn sind dabei die ständige Neugier Neues auszuprobieren, Erfahrungen mit anderen zu teilen und sich gegenseitig zu inspirieren. So ließ er sich nicht lange bitten, als Michael ihn fragte, die Seiten zu wechseln um für uns als Modell in Szene gesetzt zu werden. Für ihn selbstverständlich bei unserer Initiative zu supporten.


Neben spannenden Kooperationen mit Münchner Locals, auf die wir gespannt warten, bietet er aktuell auch eine kleine eigene Signature Collection bestehend aus Longsleeves und T-Shirts an. Natürlich sportlich, aber künstlerisch angehaucht. All die nicht nach Mainstream suchen, sollten hierfür bei Norbert Sütös Account vorbeischauen und ihn ebenso supporten – it’s not over yet.


www.norbertsuetoe.com

@norbertsuetoe



BROSBI


Darf’s ein paar Gramm Mätt eh Sweat mehr sein? Unkompliziert und einfach haben sich die Styles des Menswear Label der Brüder Yves-Oliver und Denis Wilke in unser Shooting eingegliedert. Ihre Styles sind clean und klassisch, lassen sich einfach stylen und nehmen sich dabei dennoch nicht zu ernst. Man mag meinen es sei einfach die klassischen Bekleidungsstücke wie T-Shirts, Hemden oder Sweatshirts mit ein paar wenigen Handgriffen aufzuwerten und zu etwas Besonderen zu machen. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer so ist. Einige Brands verkünzeln sich in Geschichten rund um ihre Kollektionen und vergessen dabei Ihre Linie.


Yves Oliver Wilke sagt Über BROSBI: „Unsere Story ist: Es gibt keine Story. Nur Produkte, die uns gefallen.“ Und das ist wohl das Erfolgsrezept der Brand. Sie bleiben sich treu, verkünzeln sich nicht und legen ihren Fokus auf die Qualität des Produktes mit einem hohen Wiedererkennungswert durch die Stickereien und Slogans mit einem kleinen Augenzwinkern. Inspiriert sind die Styles häufig aus der Sportswear. Stylist Norbert hat sich als Model sofort wie in seiner eigenen Garderobe gefühlt – Bilder sagen mehr als 1000 Worte.


Neben Menswear mit Blazern, Anzügen, Hemden, Crew-Sweats und Tees gibt es eine breite Produktrange an Accessoires wie Beanies, Krawatten und Einstecktüchern. Und die Mädels schlüpfen auch mal gerne in die Hemden oder Sweaties – wir auf jeden Fall.

Mittlerweile ist die Brand nicht nur im Münchner Westend und anderen Teilen Deutschlands zu finden, sondern weltweit.


www.brosbi.com

@brosbi



Ein Text von Verena Holthaus



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